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Festplatte am KC 85x

Und es geht doch! Eine Festplatte am KC 85-x.

Der Text erscheint hier ungekĂŒrzt so wie seinerzeit in den KC-News (1-2000)
inclusive der damals gĂŒltigen Rechtschreibung (und meiner sowieso ;-))
Das nötige GIDE-Interface ist ĂŒber Frank Dachselt vom KC-Klub zu bekommen.

Einbauanleitung zur D 004-internen 2,5”Festplatte

Warum die MĂŒhe?

1. Es sieht besser aus. (Ist auch ein Argument)
2. Beide ModulschÀchte am D 004 bleiben erhalten.
3. Es muss kein extra Netzteil aufgebaut werden. (Kosten)
4. Es muss kein extra FestplattengehÀuse gekauft / gebaut werden. (Kosten Platzbedarf)
5. Die GerÀuschentwicklung ist deutlich gedÀmpft (s. unten)

Überzeugt? Na dann aber los!

Am D 004 den U880 auslöten. Alternative: Mit einem Cuttermesser unmittelbar am IC die Pins abschneiden und diese einzeln auslöten. Nachdem die Lötaugen gesĂ€ubert sind eine 40polige Fassung einlöten und den U880 (oder einen neuen) aufstecken. Dabei auf die richtige Polung achten, die Kerbe bzw. markierte Ecke gehört nach vorne. Jetzt erst einmal das Ganze prĂŒfen. Also Rechner und D004 einschalten und von Diskette Booten (Jump FC ). Wenn alles ok ist, wird der Eprom (ĂŒber dem U880) auch ausgelötet und eine entsprechende Fassung eingebaut. Eprom wieder gesteckt (Kerbe nach vorne) und nochmals ein Funktionstest durchgefĂŒhrt. Ist alles ok, die Bustreiberplatine (wieder) abschrauben und das linke Massekabel am besten erst mal ablöten damit man diese richtig nach oben klappen kann (ich habe da gleich eine krĂ€ftige Steckverbindung angebracht).

Jetzt kann das vorbereitete GIDE-Interface (Portadresse 0 einstellen) ohne Datenkabel probehalber aufgesteckt werden. Bei sorgfĂ€ltigem Aufbau (mit abgewinkeltem IDE-Stecker) darf es nicht in den Modulschacht 4 reichen, was am besten mit einem Modul geprĂŒft wird. Jetzt zur Sicherheit nochmals die Funktion ĂŒberprĂŒfen (Jump FC). Ist wieder alles ok, geht’s weiter. Wer von mir ein Kabel bekommen hat, lötet die beiden Adern zur Spannungsversorgung (rot = + und schwarz = -) an den rechts oben befindlichen 4700 uF Elko direkt an dessen AnschlĂŒsse an. (siehe Foto) Das war’s, mehr ist erst einmal nicht zu löten. Zum Kabelselbstbau siehe unten. Jetzt wird die Festplatte vorbereitet. Dazu besorgt man sich am besten Teile eines Stabilbaukastens (wie bei mir) oder einen Alu-Winkel ca. 15x15 mm aus dem Baumarkt. Daraus werden zwei Teile je 120 mm LĂ€nge zurechtgeschnitten. An deren Enden werden die senkrechten Schenkel jeweils ca 15 mm gekĂŒrzt (siehe Foto). Die ungekĂŒrzten waagerechten Schenkel erhalten an den Enden mittig in ca. 3 mm Abstand 3 mm-Bohrungen zur spĂ€teren Befestigung auf den ModulfĂŒhrungsschienen. Nun wird die Festplatte mit der Elektronik nach unten auf den Tisch gelegt und die Position der seitlichen Befestigungslöcher in geeigneter Weise am FestplattengehĂ€use markiert (Filzstift o.Ă€.). Die Befestigungswinkel werden mit den lĂ€ngeren Schenkeln ebenfalls flach auf den Tisch links und rechts an die Festplatte gelegt. Nachdem die Festplatte etwa mittig zwischen den Enden der Winkel ausgerichtet ist wird die Position der Befestigungslöcher ĂŒbertragen. Diese Befestigungslöcher habe ich deutlich grĂ¶ĂŸer und darin GummitĂŒllen (KabeldurchfĂŒhrungen) eingepresst. Dadurch wird das doch nervige PlattengerĂ€usch deutlich reduziert. Die Befestigungsschrauben habe ich in solcher LĂ€nge gewĂ€hlt, dass sie zwar (relativ) fest eingeschraubt sind, die Platte aber nur lose zwischen den Winkeln hĂ€ngt. Jetzt wird die Festplatte (komplett mit den Winkeln und „GummidĂ€mpfern“ montiert) soweit hinten auf die linken ModultrĂ€ger (Modulschacht 0) gelegt, dass ein Modul noch problemlos Platz hat (siehe Foto). Eventuell mĂŒssen je nach Baujahr des D 004 einige Kondensatoren durch kleinere ersetzt oder „tiefer gelegt“ werden. Die 3 mm-Löcher werden auf die ModultrĂ€ger ĂŒbertragen und (ca. 2 mm) gebohrt. Zur spĂ€teren Befestigung unbedingt Blechtreibschrauben verwenden, da eine Schrauben/Mutter-Kombination nur mit MĂŒhe zu montieren ist. Eventuell sind bei einer dickeren Festplatte noch ein paar Millimeter Unterlagen zwischen Befestigungswinkel und ModultrĂ€ger zu legen. Die Festplatte muß in dieser Bauphase mit der Elektronik nach oben zeigen! Da der D 004 jetzt mit den FĂŒĂŸen nach oben liegt, ist die Platte im Betrieb in der richtigen Lage mit der Elektronik nach unten. Das gilt im Übrigen fĂŒr alle Festplatten:  Entweder hochkant auf einer Seite oder Elektronik nach unten. Anderenfalls unterliegen die Spezialkugellager einem erhöhtem Verschleiß! Wenn nun das Kabel an Festplatte und GIDE-Interface angestöpselt ist, wobei auf Anschluß 1 zu achten ist (am GIDE-Interface vorne, also NĂ€he EPSON-IC, an der Platte innen), die Busplatine auch wieder ihren Platz hat, kann der erste Test durchgefĂŒhrt werden. Dazu nutzt man am besten das auf der mitgelieferten Diskette befindliche GIDETEST.COM. NĂ€heres hierzu siehe in den angegebenen KC-News. Jetzt bleibt nur noch die HD-LED an geeigneter Stelle anzubringen. Ich habe dazu links ĂŒber dem Modulschacht 4, in gleichem Abstand und gleicher Reihe wie die vorhandenen LEDs ein entsprechendes Loch gebohrt (5 mm) und die LED mit etwas Heißkleber auf der Hauptplatine fixiert. Das GIDE-Interface selbst wird nur durch die 40polige Fassung gehalten was aber völlig ausreicht.

Nun zum Kabel.

Das bereitet mehrere Probleme. Erstens sind sowohl Kabel als auch Stecker fĂŒr diese 2,5“-Platten nicht bei jedem ElektronikhĂ€ndler zu bekommen. (Tipp: WWW.Segor.de, â€žConrad“ und die anderen „Großen“ könnt Ihr dabei „vergessen“)

Wenn ja, bekommt man das Kabel nur als MindestlÀnge 1m und das (sowie auch der Stecker) ist nicht billig (als ich damals gekauft habe, beides jeweils ca. 8-10 DM).

Zweitens ist das Kabel nicht im „Standardraster“. Im Handel sind zwar vereinzelt 2,5“-3,5“-Festplattenadapter fĂŒr ca. 20-30 DM erhĂ€ltlich, doch diese sind fĂŒr den gewĂ€hlten Einbauort einfach zu groß.

Wenn nun Kabel und Stecker (beides 44polig) und ein Standard-40poliger Stecker vorhanden sind geht es los: Der kleine 44er Stecker wird so gehalten, dass die Markierung fĂŒr Anschluß 1 (wenn vorhanden) nach links und die KlemmanschlĂŒsse zum Körper zeigen. Das Kabel (ca. 28 cm lang) wird nun mit Anschluß 1 (rote/blaue Ader) auch nach links von unten soweit in den Stecker eingefĂŒhrt, dass es oben ein paar Millimeter herausragt. Nun wird der Stecker vorsichtig mit den Fingern zusammengedrĂŒckt und mit einer starken Lupe (oder Adleraugen) kontrolliert ob alle Adern korrekt sitzen. Ist alles ok, kann der Stecker endgĂŒltig zusammengepreßt werden. Ich verwende dazu einen ordentlichen Schraubstock und viel GefĂŒhl. Das ĂŒberstehende Kabel wird mit einem wirklich scharfen Cuttermesser am Stecker abgeschert. Jetzt folgt der zweite Anschluß. Zuerst werden die Adern 41-44 abgetrennt. Das heißt, ein paar Millimeter mit der Schere einschneiden und dann ca. 10 cm aufreißen. Die Adern 41und 42 werden wiederum abgetrennt, zusammengelötet, rot markiert und bilden den Pluspol der Spannungsversorgung. Die Ader 43 bildet den Minuspol (aber auch die vielen Masseadern im Datenkabel) und Ader 44 bleibt unbeschaltet. Nun können wir den zweiten Stecker montieren. Dazu wird der Stecker (Markierung Anschluß 1 nach links) vorsichtig in einen Schraubstock gespannt und die rĂŒckseitige Kabelabdeckung vorsichtig entfernt, was je nach Modell mehr oder weniger fummlig ist. Das Kabel paßt natĂŒrlich nicht in das Steckerraster. Es muß also vorbereitet werden. Dazu wird es flach auf eine Unterlage (Pertinax o.Ă€.) gelegt und mit einem Cuttermesser die Verbindung zwischen den Adern vorsichtig auf 3cm aufgetrennt. Jetzt wird’s knifflig! Der Stecker im Schraubstock grinst uns mit seinen Messerkontakten an. Da sollen nun die einzelnen Adern hinein. Also, wir halten das Kabel mit Ader 1 nach links und die aufgebröselten Enden vom Körper weg und fummeln Ader1 (farbig markiert) mit gut 10 mm Überstand in die Messerkerbe von Anschluß 1. Dazu eignet sich am besten eine feine Flachzange oder Flachpinzette die wir nur soweit öffnen, dass sie gerade vor und hinter dem Messer ĂŒber dieses greift und drĂŒcken damit die Ader in das Messer. Jetzt bloß nicht loslassen! Die eine Ader hĂ€lt das Ganze natĂŒrlich noch nicht. Es kommt als nĂ€chstes die letzte Ader und Messerkerbe 40 an die Reihe. Danach Ader2, Ader 38, Ader3, Ader37 usw. Diese Reihenfolge deshalb, weil die Ă€ußeren Adern etwas lĂ€nger sein mĂŒssen als die zur Mitte hin (siehe Foto). Sind alle Adern verarbeitet wird die rĂŒckseitige Kabelabdeckung wieder montiert, das Ganze zusammengepresst und das komplette Kabel durchgeklingelt (Durchgangstester) Es mĂŒssen selbstverstĂ€ndlich alle Adern 1zu1 verbunden sein und natĂŒrlich keinen Kontakt zu ihren Nachbarn haben. Wenn doch Kontakt zu Nachbarn besteht ist der 44er Stecker (der 40er ist sehr unwahrscheinlich) noch einmal zu entfernen und dahinter (bei solchen „HosentrĂ€gerkabel“ niemals die gleiche Stelle zweimal verwenden) das Ganze mit besserer PrĂ€zision noch einmal zu versuchen. Ist eine Verbindung nicht geschlossen, ist meist eine schlechte „Kabel/Messer-Verbindung“ am 40poligen Stecker die Ursache, da die Adern relativ dĂŒnn sind. Angeschlossen wird das komplette Kabel mit Ader 1 an Anschluß 1 des GIDE-Interfaces (vorne beim EPSON-IC) und auch an Anschluß 1 der Platte. Der ist immer „innen“. Das heißt, wenn die Platte auf dem RĂŒcken mit den AnschlĂŒssen zu Dir liegt, kommt von links erst eine Gruppe mit einigen Pins (u.a. Master/Slave-Jumper), dann eine LĂŒcke und dann Anschluß 1. Der Stecker an der Festplatte ist unter gar keinen UmstĂ€nden verkehrt zu stecken. Das zerstört beim Einschalten sofort die Platte da ja die Spannungsversorgung auch ĂŒber diesen Stecker lĂ€uft!!!

Was brauchen wir?

2 StĂŒck Festplattenbefestigungswinkel 15x15mm 120mm lang
1 StĂŒck 2,5“ Festplatte möglichst flache AusfĂŒhrung (max. 19mm) ca. 60 MB
4 StĂŒck Gummi-KabeldurchfĂŒhrungen (innen 3mm))
4 StĂŒck Zylinderschrauben M3  ca.8-12mm lang
4 StĂŒck Blechtreibschrauben 2,5mm ca 15mm lang
1 StĂŒck 5mm LED zur „HD-Anzeige“
1 StĂŒck Daten-/Powerkabel komplett oder:

fĂŒr das Kabel:
1 StĂŒck Stecker 44polig 2mm-Raster fĂŒr NoteBook-Festplatten  (Schneid/Klemm-Montage)
ca. 28-30 cm 44poliges Kabel 1mm-Raster fĂŒr obigen Stecker
1 StĂŒck 40poligen Pfostenfeldstecker 2,54mm-Raster (Schneid/Klemm-Montage)

So, ich hoffe ich habe hier nicht zu lange rumgelabert und alles war einigermaßen verstĂ€ndlich. Die Fotos sollten auch einen guten Überblick bieten. Wenn nicht: E-mail oder (notfalls) Anruf.

Übrigens. Die Zusatz-Resetschaltung und die (Litium)Batterie habe ich auf dem Lochrasterfeld links auf der Busplatine handverdrahtet und ĂŒber Stecker/Buchse zum GIDE-Interface gefĂŒhrt. Die Softwareseite ist ja hinreichend beschrieben, siehe dazu die angegebenen KC-News-Artikel.

Viel Erfolg beim Basteln

Guido

Nachsatz 2005: Inzwischen ist die Platine zum GIDE-Interface komplett ĂŒberarbeitet worden. Dabei wurde auch die Restschaltung und die Lithiumbatterie mit integriert. Auch sind beide Steckervarianten drauf (40 und 44polig) Das ist beim obrigen Text zu berĂŒcksichtigen.

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